Warum Unsere Liebsten Dinge Vom Leben Genommen Werden

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Müde, gereizt und leicht angetrunken stehe ich vor meinem Fahrrad. Hinter mir schallt der Bass aus dem Kellergeschoss. Neben mir parken hunderte weitere Räder vor dem Biedersteiner Studentenwohnheim. Die Party ist überfüllt und ich bin dankbar für frische Luft, trotz des Regens und des starken Windes.

Herbststurm Herwart wütet, entwurzelt Bäume und legt Bahnhöfe lahm.

Ich dachte, dass Meteorologen Stürme nach Frauen benennen. Patricia, Sandy, Katrina… Vielleicht nennen sie Stürmchen nach Männern und die wirklich zerstörerischen nach Frauen.

Ich möchte nur weg von hier, weil ich vom gestrigen Training noch ausgelaugt war und mein Muskelkater zunahm. Mein Körper brauchte Ruhe, zurück in meiner Wohnung, geschützt durch dicke Wände, eingewickelt in einer Decke – wie mein Vater es damals pflegte und mich wie ein Burrito verpackte.

Mit der rechten Hand lange ich gewohnt in die rechte Hosentasche, in der mein Fahrradschlüssel ruht, und greife ins Leere.

Ich taste die Wände meiner Hosentasche ab. Ich fasse hastig in meine linke Hosentasche. Danach in meine Jackentasche. Links, rechts, wieder in die rechte Hosentasche.

Es ist einer der Tage an dem alles schief zu laufen scheint. Ich gehe zurück in den Keller und quetsche mich durch die Menschenmenge mit dem Blick zum Boden. Ich suche ein Schlüssel mit schwarzem Kopf zwischen hunderten Fußen in einem langgezogenen Keller mit drei Tanzflächen und ebenso vielen Bars.

Keine Chance.

Ich gehe zur Garderobe und lasse mir die Nummer von Ana geben, die sich um Fundsachen kümmert.

In dieser regnerischen Nacht verpasse ich jeweils ein Taxi, ein Bus und eine Bahn, direkt vor meiner Nase. Zwei Stunden später tauche ich durchgefroren und nass in mein Bett. Am nächsten Morgen halte ich meine Augen extra lange geschlossen.

Ich schreibe nach dem Aufsehen Ana und erkläre ihr meine Situation:

„Hi Ana, ich habe mein Fahrradschlüssel bei der Party am Samstag verloren.? Es ist ein teures Fahrrad mit einem hundert Euro Schloss, dass nicht ohne weiteres aufbrechen kann. Dazu finde ich den Ersatzschlüssel nicht. Auch meine Eltern haben mein altes Zimmer auf den Kopf gestellt. Ich hänge an dem Fahrrad und hoffe, dass der Schlüssel aufgetaucht ist.“

Ich stelle fest, wie oft ich eigentlich mein Fahrrad benutze. Für die Wege zur Arbeit, Training, Einkaufen, zu Freunden, überall fahre ich mit dem Fahrrad, denn ein Auto besitze ich nicht und öffentliche Fahrten sind meistens trostlos – so viele Menschen, die zur Arbeit treiben, obwohl sie schon Jahre zuvor innerlich gekündigt haben.

Von Ana erhalte ich keine Antwort.

Sie muss vielleicht für Klausuren lernen und weiß nicht, dass dieses Fahrrad eine besondere Geschichte innehält. Dieses Fahrrad repräsentiert für mich, dass Träume wahr werden, wenn man sie nur lange genug im Geist lebendig hält.

Als Student lief ich oft am Fahrradladen vorbei und stellte mir vor, irgendwann es von dort oben abzuhängen und mit ihm im Sonnenschein durch Osnabrück zu fahren. Irgendwann gewann ich in Facebook ein iPad, verkaufte es nächsten Tag und stolzierte direkt in den Fahrradladen.

Jeden Tag schleppe ich es hoch zum ersten Stock und befestige es an die Halterung meiner Wand. Auf dieses Weise sehe ich es in meinem Zimmer hängen und weiß, dass alle meine Träume in Erfüllung gehen können.

Und nun steht es draußen einsam im Regen.

Am nächsten Tag möchte ich mit meinem zweiten Fahrrad in die Arbeit fahren. Es ist nicht mehr in Schuss und steht seit Wochen an der Hauswand. Ich gehe die Treppen hinunter, gehe zu dem Fleck wo mein Fahrrad normalerweise steht und sehe das aufgebrochene Schloss auf dem Boden liegen.

Innerhalb von zwei Tagen verlor ich zwei Räder. Ich lache laut los. Das Leben hat seinen eigenen Sinn für Humor. Was mir wohl noch alles genommen wird?

Nach der Arbeit fahre ich zum Studentenwohnheim und möchte ein letztes Mal in den Keller schauen. Ich klingle ein paar WGs durch, bis mir ein junges Mädchen die Tür aufmacht. Der Keller ist nicht mehr wieder zu erkennen. Vollgestopft mit Kram, die Lampen flackern schwach. Ich komme mir vor wie Sherlock Holmes am Tatort eines Mordfalls.

In diesem Moment weiß ich, dass ich den Schlüssel nicht durch anstrengendes Suchen finden werde.

Entweder habe ich Glück oder nicht. Aber ich werde mein Fahrrad nicht mit Verbitterung und Trauer zurückgewinnen und so verabschiede ich mich innerlich von ihm.

Ich gebe die Suche auf und laufe zurück zum angeketteten Fahrrad. Sanft streiche ich über den Sattel. „Wie schön wäre es, wenn ich mit dir nach Hause fahren könnte“.

In diesem Moment geht ein Student in das Studentenwohnheim und die äußeren Lichter gehen an.

Das Licht reflektiert zwischen meinen Füßen. Ich schaue nach unten, hebe meinen Schlüssel auf und sage „O.K. dann mache ich das jetzt“. Ein Glücksschauer läuft durch meinen Körper, als ich das bekannte klicken des Schlosses höre.

Anscheinend muss ich beim Herausfischen des Schüssels in der Nacht der Party in meiner Hosentasche daneben gegriffen haben und dabei ist der Schlüssel herausgefallen. Zum Glück hat ihn niemand anders direkt vor dem Fahrrad gefunden…

Während der Rückfahrt strahlte ich trotz Minusgrade und dachte mir: Ist diese ganze Situation nicht eine tolle Metapher für alle unsere Wünsche und Dinge, die wir verloren glauben?

Ich glaube wir verlieren Dinge, damit wir lernen auch ohne sie glücklich sein zu können. Haben wir dies gemeistert, werden wir belohnt.

Wie viele Liebesgeschichten beginnen mit dem Satz: „Als ich schon aufgegeben hatte…“?

Es liegt eine Kraft im Loslassen und Akzeptieren, die nur wenige aufbringen können. Dabei wird uns nie wirklich etwas genommen, denn wir besitzen in Wahrheit nichts.

Dazu ein letztes Gedicht von Francis Thompson

Die Stimme, die mich rings umgibt,

Ist wie ein brausend Meer:

„Ist dir die Erde so verleidet,

In Scherben gar zersprungen?

Sieh, alle Dinge fliehen dich,

Wenn du Mich fliehst!

Was ich dir je genommen,

Ich nahm es nicht, um dich zu kränken;

Nur darum, dass du´s suchen sollst in Meinen Armen.

All das, was du, mein Kind,

In deinem Irrtum für verloren glaubst,

Ich hab´es aufbewahrt für dich daheim.

Steh´auf!

Fass´ Meine Hand und komm.“

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